
Ich weiß nicht, wann es begann, dass ich mich in Kunst verliebte. Waren es die Stunden die ich mit Bleistift und Papier verbrachte oder im Kinderchor oder auf der Wiese, in den Himmel schauend?
Was heißt Kunst (für mich) überhaupt? Gerade begreife ich es als das sichtbarer machen, das bewusste in Verbindung treten mit dem Prozess, den wir Leben nennen. Mit diesem, unserem eigenen (Menschen-) Leben, das wir so selten als große Transformation begreifen.
Wie oft sehen wir stattdessen Stationen, meist vorgeprägt durch gesellschaftliche Erwartungen: Laufen lernen, Kindergarten, der erste Kuss, Schulabschluss, Ausbildung oder Studium, vielleicht eine Hochzeit, die große Reise und irgendwann der Friedhof. Und das war es dann. Alle Stationen abgeklappert, alle Bonuspunkte gesammelt? Was ist mit außerplanmäßigen Halten wie Krieg, Depression oder Verlust?
Auch ich habe meine Stationen abgeklappert: Schulabschluss, Auslandsreise, Chemie-Studium, Promotion, Job, Hochzeit, Kinder, … und dann gemerkt, dass mir die Kunst des Lebens abhanden gekommen ist. Sie war nie ganz weg, aber verbrachte doch mehr und mehr Zeit im Koffer auf dem Gepäckregal. Und ich war vertieft, beschäftigt, während draußen, hinter der Glasscheibe, unbemerkt mein Leben vorbeizog.
Kunst ist für mich immer Interaktion von Menschen, direkt oder indirekt. Mein Angebot ist, mit euch gemeinsam Kunst zu leben. Gemeinsam einen Moment einzutauchen, zu spüren, in Kontakt zu sein, mit dem fließenden Prozess, der es bedeutet am Leben zu sein.